Wohnungsbau

Hamburg hat seit Jahren einen stark steigenden Bedarf an Wohnraum. Die Stadt braucht also Wohnungen und wir wollen hier Wohnungen erstellen.

Wie viele Wohnungen wollen wir bauen?

Wir sind der Auffassung, dass auf dem immerhin knapp 9.400 m² großen Grundstück mitten in Ottensen 120 bis 140 neue Wohnungen maßvoll gebaut werden können.

Unsere Planungen sehen daher eine höhere Bruttogeschossfläche (BGF) als die von der Initiative Otte60 erwünschten 7.332 m² BGF vor, die in einem ergebnisoffenene Architektenwettbewerb geprüft werden soll.

Weniger Wohnungen wären für ein Gelände, welches laut Senat als einer der Top 25 Wohnungsbaustandorte der Stadt gilt, weder angemessen noch im Allgemeininteresse.

Wohnungsbedarf in Hamburg

In Hamburg wächst der Bedarf an Wohnraum. Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen 25 Jahren von knapp 1,6 Millionen auf mehr als 1,7 Millionen gestiegen (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut 2014: 4), was daran liegt, dass immer mehr Menschen nach Hamburg ziehen. Die meisten der Zuziehenden sind junge Leute im Alter zwischen 23 und 30 Jahren, die zentrale Stadtteile präferieren (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut 2013: 11).

Aber auch bei gleichbleibender Anwohnerzahl wäre der Bedarf größer geworden: Immer mehr Single-Haushalte und eine steigende Durchschnittsgröße der Wohnungen sind der Grund.

Dem steigenden Bedarf steht ein zuletzt gesunkenes Angebot gegenüber. Nachdem bis in die späten 70er Jahre und in den 90er Jahren jährlich weitaus mehr als 6.000 neue Wohnungen errichtet wurden, verharrte die Zahl nach der Jahrtausendwende bei knapp unter 4.000. Die folgende Grafik zeigt, dass die Anzahl neuer Wohnungen erst 2013 wieder über 6.000 gestiegen ist.

Der hohen Nachfrage steht also ein niedriges Angebot gegenüber, was unmittelbar zu der Wohnungsknappheit führt. Die Knappheit zeigt sich am anschaulichsten in den derzeit steigenden Mieten, wie sie insbesondere in den zentralen Bezirken zu verzeichnen sind. Zum Beispiel hat sich die Durchschnittsmiete in St. Pauli zwischen 2003 und 2013 verdoppelt (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut 2013: 8). Anzumerken ist, dass die höheren Preise auch auf die vermehrten Aktivitäten auf dem Immobilienmarkt im Zuge der Staatsschulden- und Finanzkrise zurückgehen.

Schon 2011 versuchten Senat und Bezirke mit dem Vertrag für Hamburg gegenzusteuern und erklärten 6.000 gebaute (!) neue Wohneinheiten pro Jahr zur politischen Maßgabe. SPD und Bündnis90/Die Grünen haben im Koalitionsvertrag von 2015 dieses Ziel bekräftigt. Auf den Bezirk Altona entfallen dabei 900 Wohneinheiten.

Bis 2030 wird mit einem Bevölkerungswachstum von 50.000 gerechnet, was unter Berücksichtigung der genannten demographischen und kulturellen Phänomene in etwa 50.000 Wohneinheiten entspricht. Somit müssten bis 2030 50.000 neue Wohnungen gebaut werden (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut 2013: 17f).

Wohnungsbau im Bezirk Altona

Die Nähe des Bezirks Altona zur Elbe sowie zum Zentrum macht diesen Stadtteil besonders attraktiv. Zudem ist Altona was die Bevölkerungsstruktur angeht besonders vielfältig und bietet alles von der Sozialwohnung bis zum Einfamilienhaus. Viele Altbauten und Kulturstätten sowie die Nähe zur Elbe prägen den westlichsten Bezirk von Hamburg. Außerdem fällt Altona im Gegensatz zu den Stadtteilen Eimsbüttel und Eppendorf durch eine durchaus niedrigere Siedlungsdichte auf, was mit der Zerstörung und dem gelockerten Wideraufbau nach dem 2. Weltkrieg zusammenhängt. Daher erstaunt es nicht, dass viele Stadtteile Altonas viel Zuwachs in den letzten Jahren erfuhren. Zum einen ist das auf die Attraktivität des Standorts zurückzuführen, zum anderen wächst Hamburg als Stadt insgesamt.

Als Stadtstaat mit deutlich begrenzteren Flächen wird der Wohnungsbau durch Nachverdichtung und durch die Identifizierung und Bebauung freistehender Flächen verwirklicht. Zuletzt wurden im Jahr 2014 in Altona 1316 Wohnungen genehmigt. Das liegt im mittleren Bereich, denn Hamburg Nord genehmigte 2645 und Hamburg Mitte lediglich 387 Wohnungen. Die Genehmigung für Wohnungsbau kann man in Altona zudem als rückläufig bezeichnen. So wurden 2013 noch 1561 Wohnungen genehmigt und 1856 in 2012. In Hamburg-Nord, einem Bezirk mit sowieso schon höherer Bevölkerungsdichte als Altona, wird hingegen mit 2786 genehmigten Wohnungen in 2013 und 2023 Wohnungen in 2012 wesentlich mehr gebaut (siehe, BSU, Wohnungsbauprojekte). Wirft man zudem einen Blick auf die vom Senat erstellte Karte für Potentialflächen, wird schnell ersichtlich, dass im gesamten Stadtgebiet nachverdichtet wird. Besonders Winterhude, die HafenCity sowie das östliche Altona weisen noch viele und große Potentialflächen auf (siehe BSU, Wohnungsbauprojekte). Insgesamt konnten in Altona im Jahre 2012 132.433 Wohnungen gezählt werden. Der Bezirk Wandsbek ist mit 208.867 Wohnungen auf der Spitzenposition in Hamburg während nur der Bezirk Harburg mit 75.309 Wohnungen und Bergedorf mit 56.212 Wohnungen weniger Wohneinheiten aufweisen als Altona. Dies geht zumindest aus dem Statistischen Jahrbuch 2013/2014 vom Statistikamt Nord hervor. Es kann demnach nachvollzogen werden, dass im gesamten Stadtgebiet nachverdichtet wird und Altona zum einen noch viele Flächen zu bieten hat und zum anderen eine durchschnittliche Bebauung erfuhr.

Geförderte Wohnungen

Der öffentlich geförderte Wohnungsbau in Hamburg dient dazu, Haushalten mit Kindern, Menschen mit Behinderung, Studenten und Älteren geeignetes Wohnen zu ermöglichen. In Altona werden rund 10 Prozent der Wohnungen (also etwa 12.000) öffentlich gefördert.

Der Senat plant in Hamburg 2.000 neue geförderte Wohnungen pro Jahr, was bei insgesamt 6.000 Einheiten dem Drittelmix entspricht. Somit ergibt sich für Altona die Maßgabe von jährlich 300 neuen geförderten Wohnungen. Der Anteil der geförderten Wohnungen teilt sich in den 1. Förderweg (günstigere Mieten) und den 2. Förderweg (moderat günstigere Mieten).

Allerdings war der Bestand geförderter Wohnungen in Altona von 2008 bis 2012 um 12,6 Prozent gesunken. Bis 2017 fallen gegenüber 2012 nochmals 4.400 Wohnungen aus der Mietbindung heraus. Das entspricht weiteren 34,3 Prozent. Um diesen Rückgang zu kompensieren, braucht Altona neuen Wohnraum nicht nur für normale Wohnungen, sondern auch und gerade für gefördertes Wohnen.